Chronik

Die Geschichte des „Gasthof zur Post“

Vor mehr als 600 Jahren, zu der Zeit als die Frondienste entfielen und die Pacht zumeist noch in Naturalien entrichtet wurde, sprach man erstmalig von dem Gasthof in Sindelsdorf, der damaligen „Alten Taverne“.

Als erste Besitzer galten um 1340 die Herren von Wildeck, deren Burg auf einer Anhöhe im Winkel des Mühlecker Baches und der Straße nach Großweil stand.
Im Jahre 1476 fiel die „Alte Taverne“ aus weltlichen Händen in den geistlichen Besitz – es war nun das Eigen des Abtes von Benediktbeuern. Hier wurde der „Gasthof zur Post“ auch erstmals urkundlich erwähnt. Wo der Gasthof zu jener Zeit gestanden hat, ist heute leider nicht mehr bekannt.
1509 wurde die „Alte Taverne“ an heutiger Stelle durch das Kloster Benediktbeuern neu erbaut. Man sprach nun von der „Neuen Taverne“.

In diesem Zusammenhang spielte das Kloster auch noch eine andere Rolle: immerhin wurde bis zum 16./17. Jahrhundert ausschließlich Wein in der Taverne getrunken. Diesen nannte man derzeit „Klosterwein“, weil er in wochenlanger, mühevoller Arbeit aus den benediktbeurischen Weingärten in Südtirol heraufgekarrt werden musste.
Bis 1803 – im Jahre der Klosteraufhebung – unterlag der Gasthof der alleinigen Herrschaft des Klosters. Für die Bewirtschaftung waren jedoch verschiedene Pächter zuständig.
Von 1803 bis 1848 bewirtete, mit stufenweiser Ablösung der grundherrschaftlichen Rechte, das Rentamt Weilheim. Danach waren alle Wirte alleinige und wirkliche Besitzer, welche in ihrer Vielzahl durch Erbe und Heirat abgelöst wurden.
Im März 1879 erfolgte der Kauf des gesamten Anwesens durch Johann Eberl, von Höfen. Nach seinem Tode heiratete seine Witwe dessen Bruder Benedikt Eberl, welcher ab März 1888 Miteigentümer des Hofes war.
1893 war Benedikt Eberl Alleinbesitzer. Durch seine zweite Heirat 1894 wurde Frau Babette Burger Mitbesitzerin und nach seinem Tode 1913 Alleinbesitzern.

Nach fast 15 Jahren Wirtschaft übergab Frau Babette (Eberl) Burger 1927 ihrem Sohn Ludwig den Gasthof, welcher 1920 Frau Babette Balletshofer, gebürtig aus Murnau, ehelichte.
Seine Frau Babette brachte 2 Söhne zur Welt. Der jüngere Sohn Jakob fiel im 2. Weltkrieg. Der ältere Sohn Ludwig heiratete 1950 die Bauerntochter Katharina Steingruber aus Sindelsdorf. Die gemeinsame Übernahme erfolgte 1964.
Jener Ehe entstammten wiederum zwei Söhne: Jakob und Georg. Der letztgenannte Georg heiratete im Juni 1974 Frau Gertrud Hipp, gebürtig aus Hiemenhofen im Allgäu. 1987 wurde den Eheleuten Gertrud und Georg Burger der gesamte Besitz übertragen. Ihre 1980 geborene Tochter Katrin erlernte ebenfalls den Beruf der Hotelfachfrau und arbeitet nun im Betrieb mit.

Übersicht aller Wirte und Eigentümer

 

  • 1419 Taverne erstmals erwähnt
  • um 1445 -- Wirt: Hans
  • um 1450 -- Wirt: Christian
  • um 1469 -- Wirt: Wilhelm Ramperger
  • um 1491 -- Wirt: „Thomel“ Thomas Schuster
  • um 1498 -- Wirt: „Chunrad“ Konrad Schaweher
  • um 1506 -- Wirt: Lienhard Hirt
  • 1509 – 1520 K Wirt: Andre Lutz
  • 1520 – 1559 -- Heinz Pärtl oo Katharina
  • 1559 – 1564 Ü Alexander Pärtl (Sohn von Heinz Pärtl)
  • 1564 – 1594 -- „Walterhauser“ Balthasar Fritz
  • 1594 – 1629 H Paulus Daisenberger oo Tochter von „Walterhauser“
  • 1629 – 1637 Ü Andre Daisenberger oo Maria März – von Münsing
  • 1637 – 1642 H Franz Demmel – von Sindelsdorf oo Maria Daisenberger
  • (Wirtswitwe von Andre Daisenberger)
  • 1642 – 1652 K Kaspar Demmel (Bruder von Franz Demmel) oo Barbara Pärtl – von Oberriedern
  • 1652 – 1700 Ü Hans Demmel oo Agnes
  • 1700 – 1726 Ü Ludwig Demmel oo Salome Schwarz ~ 1. Heirat † 1701 oo Maria Ledermann ~ 2. Heirat – von Oberau
  • 1726 – 1746 K Thomas Öttl – von Benediktbeuern oo Katharina ~ 1. Heirat oo Elisabeth Schlickenrieder ~ 2. Heirat – v. Humbach
  • 1746 – 1773 H Georg Carl – von Edenhof oo Elisabeth Öttl (Wirtswitwe von Thomas Öttl)
  • 1773 – 1791 H Balthasar Lochner – von Wackersberg oo Anastasia Carl 1773 ~ 1. Heirat (Wirtstochter von Georg und Elisabeth Carl) oo Maria Baur 1780 ~ 2. Heirat – von Großweil
  • 1791 – 1812 H Johann Georg Bader – von Reichling/Landsberg oo Maria Lochner (Wirtswitwe von Balthasar Lochner)
  • 1812 – 1853 H Matthias Hirschauer – von Reichling oo Anastasia Lochner – Wirtstochter von Sindelsdorf
  • 1853 – 1879 Ü Johann Georg Hirschauer (Wirtssohn von M. und A. Hirschauer) oo Therese Landes – von München
  • 1879 – 1887 K Johann Eberl – von Höfen/Tölz oo Maria Bocksberger – von Unterbuchen/Tölz
  • 1887 – 1888 E Maria Eberl (Wirtswitwe von Sindelsdorf)
  • 1888 – 1913 H Benedikt Eberl – von Höfen/Tölz (Bruder von J. Eberl) oo Maria Eberl 1888 ~ 1. Heirat (Wirtswitwe von J. Eberl) oo Barbara „Babette“ Burger 1894 ~ 2. Heirat – von Frieding
  • 1913 – 1927 E Babette Eberl (Wirtswitwe von Sindelsdorf)
  • 1927 – 1958 Ü Ludwig Burger (Sohn von Barbara „Babette“ Burger) oo Babette Balletshofer – von München
  • 1958 – 1964 E Barbara „Babette“ Burger (Wirtswitwe von Sindelsdorf)
  • 1964 – 1987 Ü Ludwig Burger (Wirtssohn von L. und B. Burger) oo Katharina Steingruber 1950 – von Sindelsdorf
  • Seit 1987 Ü Georg Burger (Wirtssohn von L. und K. Burger) Gertrud Hipp 1974 – von Hiemenhofen i. Allgäu